Kurzer Bericht unseres Besuchs im KBZ in Zug
Meine Eindrücke vom Besuch im Kaufmännischen Bildungszentrum in Zug
So wie das Portal des KBZ , so wirkte die ganze Schule auf mich: Klar übersichtlich, kundenorientiert, für SchülerInnen und BesucherInnen. Wir erhielten von Frau Fuchs eine Einführung in die Schule, genau wie sie meinen Vorstellungen entsprach. Wir konnten die Fragen stellen, die uns interessierten und erhielten Antworten auf alle Fragen. Meine Eindrücke über Architektur und Unterrichtsgestaltung waren zusammengefasst: Alle Übergänge von Konzentration zu Kommunikation, die man sich für ein optimales Unterrichten und Lernen vorstellen kann, sind hier auf gelungene Weise ermöglicht.
so sieht es im Flur aus:
Die Architektur
Die Klassenzimmer sind konsequent auf einer Seite angelegt, davor sind breite Korridore, die noch einmal so viel Raum bieten wie in den Klassenzimmern selbst vorhanden ist. Es gibt eine optische und gleichzeitig praktische Abtrennung durch eine Regalwand, die etwa brusthoch ist. Darin können Sachen abgestellt werden. Im Raum vor den Klassenzimmern sind Computerarbeitsplätze eingerichtet und der Platz kann flexibel genutzt werden für Arbeitsgruppen. Es bestehen zudem Räume, die für Arbeitsgruppen freigehalten sind. Die ganze Anlage wirkt offen, grosszügig und klar. Ich wünsche mir, dass solche gelungenen Schulprojekte vor Bau von neuen Schulanlagen von Architekten und auch den Schulplanern selbst besucht werden sollten.
Die Lernlandschaften
Die Lernlandschaften, ( ausgedruckte Versionen, der Online-Dateien, die ständig für Ueberarbeitungen offenstehen) in die wir reinschauen konnten, ermöglichen ein hohes Mass an strukturierter inhaltlicher Planung, bietet durch die Meilensteinprüfungen Quervergleiche zwischen einzelnen Klassen mit unterschiedlichen Lehrkräften und gewährleistet dadurch gleichzeitig ein hohes Mass an fairem Beurteilen. Diese Und offenbar besteht trotzdem genügend Freiraum für Lehrkräfte, den Rahmen zu verlassen und in grösseren Zeiteinheiten zu arbeiten als dies in den Lernlandschaften vorgesehen ist. Hier fiel auf, dass viele der vorgesehenen Sequenzen in Form von 10-20 Minuten-Einheiten vorgesehen sind. Da aber der Umgang damit jeder Lehkraft flexibel möglich ist, stört das offenbar nicht.
Schulentwicklung
Wie uns Frau Fuchs berichtete, ist etwa ein Drittel ihres Pensums für Schulentwicklung vorgesehen. Sie betonte, dass eine andere Person die Stundenpläne macht, so dass hier keine Denkblockaden organisatorischer Art die Schulentwicklungsgedanken stören. Das sieht sie als grossen Vorteil, was nachvollziehbar ist. Die Entwicklung an dieser Schule läuft nun schon seit vielen Jahren ( ich glaube, es waren 10) In dieser Zeit hat eine intensive Arbeit mit dem Kollegium stattgefunden, das immerhin inzwischen aus 100 MitarbeiterInnen besteht.
Mein Fazit:die Vision an den Anfang
Im nächsten BP-Modul diesen Besuch unbedingt( sorry, wenn hier die Begeisterung mit mir durchgeht) im ersten Monat machen und dazu eine Schule besuchen, in der traditionell unterrichtet wird. Dann wird klar, welche Qualifikationen es für solche Unterrichtsformen braucht und jeder kann sich seine Lernziele formulieren. Dann sind die Einzelleistungen im Kontext verständlich (Kompetenzwürfel, social skills, Selbstlernjobs usw.)
Zum Schluss die schöne Überraschung
Wie die genau ausgesehen hat, verrate ich natürlich nicht, damit die nächsten BP-lerInnen den gleichen Ueberraschungseffekt geniessen dürfen. Nur soviel: Hat was mit genussvollem Ueberblick zu tun.
Prost Max! Auf dich und das nächste BP-Modul!

Präsenztag 9.6.09
Die Arbeitsmaterialien zu den Präsentationen sind auf Ilias zu finden
Nadja und Martin führten uns in die Berufswelt der Hotelfachfrau bzw. des Hotelfachmanns ein und zeigten uns ihre Ideen dazu, wie ein Lernportal aussehen könnte für den Bereich Ausbildungen im Hotel.
Um uns ihre Vorstellungen für ein Portal zu illustgrieren, hatten sie als Beispiel hatten das Portal der Post ausgewählt. Sie zeigten uns, wie sie im Unterschied dazu vorgehen würden, um ein schönes und ansprechendes Portal für den Hotelbereich zu gestalten.Der Lernjob beinhaltete, dies für das Hotel Jungfrau Victoria zu machen. Sie hatten sich überlegt, das reale Entrée des Hotels auch als Hintergrund für das Web- Eingangsportal zu benutzen. Es sollte über die verschiedenen Berufe informieren, die man in diesemHotel erlernen kann. Wie viele Berufe dies sind, hat Nadja und Martin dann doch erstaunt. Dabei hatten sie sich zunächst darauf beschränkt, die Berufe aufzunehmen, die im Anschluss an die Volksschule im Rahmen einer normalen Lehre erlernt werden können. Berufe, die mit Matura im Bereich Hotel möglich sind, könnten als Ergänzung in einem weiteren Schritt hinzugefügt werden. Auch die Kontaktaufnahme zu einer Person im Hotel, die auf Anfragen anwortet, sollte integriert werden und Informationstage könnten auf dieser Seite publiziert werden.Interessant war ihre Idee, das spezifische Ambiente dieses Hotels
als prägendes Gestaltungselement zu benutzen.Ein Game war vorgesehen, bei dem InteressentInnen ausprobieren könnten, ob sie sich für einen Beruf eignen.
Als zweite Präsentation stellte Christel ihre Arbeit vor. Sie hatte den Lernjob bearbeitet, ein Portal für den Beruf der Elektroniker zu gestalten. Bei dieser Grundausbildung ist – im Gegensatz zum Hotelbereiche – nicht alles unter einem Dach, sondern der Beruf führt nach der gemeinsamen Grundlage in ganz verschiedene Spezialisierungen. Sie hatte dazu Filme ausgewählt, die informativ und gut einprägsam zeigten, wie die Arbeitsgebiete z.B. von AutomatikerInnen aussieht.
Danach folgten die beiden Präsentationen über Lernjobs, die Informationen zu den Berufen der Pharma-AssistentIn und der SchreinerIn zusammenstellen sollten. Ziel dabei war es, Informationen über die Ausbildung zusammen zu stellen, die alle wesentlichen Fragen einer Interessentin beantworten würden und für einen Betrieb wichtig waren, die um ersten Mal einen Lehrling ausbilden möchte.Im Netz finden sich inzwischen viele Informationen zu diesen Lernjobs, die man in überschaubarer Zeit zusammenstellen kann.
Anschliessend wurde über die verschiedenen Evaluationsformen diskutiert, die zu den Lernjobs vorbereitet worden waren und über diese Form der Aufgabenstellung “Fallstudie”.
Die Letzte Präsenzveranstaltung ging vorbei ohne kritisch-würdigende Auswertung. Bei der Abschlussfahrt nach Zug kann dieser Teil informell stattfinden. Max kündigte an, noch einen Feedback-Bogen per Mail an uns zu schicken.
Bis heute ( 21.6.09)hab ich die Fotos noch nicht gesehen auf Ilias, falls sie noch kommen, lade ich hier welche hoch. liebe Grüsse Lilo
Präsenztag 2.6.09: Coachinggespräch + Gruppenarbeit Bildungssystem
Klaus steigt mit dem Thema “Feedback geben” ein: Was hat Euch in dem Jahr BP-Modul geholfen? Antworten:
- Formulierung der Lernjobs und der dazugehörigen Rubrics
- positives Formulieren und Denken, Aufbau auf Stärken statt Nörgeln an Schwächen
- Reframing, Zusammenarbeit mit bekannten und neuen Kommilitonen
- Wieviel Verantwortung trägt der Lehrer? Einsatzspektrum IKT
- Meinungsaustausch während dem Unterricht
- Material und Technik war immer perfekt bereitgestellt/vorbereitet
Mir gefällt, dass Klaus einen der herausragenden Elemente des BP-Moduls umsetzt: Das Ausrichten der Gedanken am Positiven (Coaching) und das Zulassen einer persönlichen Ansicht, wleche er kommentarlos als “richtig” stehen lässt (Konstruktivismus).
Während der Gruppenarbeiten führt Max mit jedem Studierenden ein individuelles Coachinggespräch durch. Dies ermöglicht, ein professionell geführtes Coachinggespräch mitzuerleben sowie gleichzeitig das Erreichen und Vertiefen der persönlichen Lernziele zum BP-Modul zu konkretisieren. Wichtig scheint mir dabei, dass der Coach den Coachee zum aktiven Handeln animiert (es soll nicht nur ein nettes Gespräch sein).
Als Tagesabschluss präsentiert jede Gruppe das erarbeitete Vorgehen zur Fallstudie zur Berufsbildung, wie sie nächste Woche (9.6.09) präsentiert werden wird. Auftrag an die KommilitonInnen: Neben der Präsentation auch das Evaluationskonzept für eine Kollegenarbeit erstellen! Zur Erinnerung hier die Gruppen- und Themenaufstellung:
Lilo + Melanie: Schreiner –>Telefongespräch ; Lösungsfokussierte Beurteilung
Christel: Elektro-Portal –> ppt
Klaus + Corina: Pharmaassistentin –>Poster
Nadia + Martin: Gastro-Portal –> Poster mit ppt; Lösungsfokussierte Beurteilung
Termin Exkursion KBZ Zug: Dienstag 23.6.09 10:30 Uhr in Zug (Details folgen)
Martin
15. Präsenztag: 26.05.2009
Endlich fanden wir uns nach langer Zeit der Ferien und des Praktikums wieder zu einer BP-Präsenzveranstaltung ein. Um auch gedanklich wieder ankommen zu können, bat uns Lilo zu Beginn uns kurz zu wichtigen Eindrücken und Erlebnissen der letzten Zeit zu äussern.
Anschliessend stellte Max und das Programm für die kommenden Veranstaltungen vor (Genaueres ist einzusehen im BP-Wiki). Es steht ein Fallstudienprojekt an: In Zweiergruppen soll jeweils eine Fallstudie bearbeitet werden und am 9. Juni präsentiert werden sowie gegenseitig evaluiert werden und zwar mit einer wählbaren speziellen Bewertungsmethode aus dem Buch Leistungsbewertung von Felix Winter, welches wir uns noch näher anschauen werden. In den Fallstudien geht es darum, sich mit berufspädagogischen Inhalten auseinanderzusetzen (z.B. Was ist zu beachten, wenn man einen Auszubildenden einstellen möchte? Welche konkreten Ausbildungsberufe gibt es innerhalb einer Berufsrichtung? etc.). Nach der Gruppeneinteilung und der Auswahl der Fallstudien hatten wir schon die Möglichkeit uns einen ersten Überblick zu verschaffen und Ideen zu sammeln. Am 2. Juni werden wir Gelegenheit haben in der Präsenzversanstaltung daran zu arbeiten.
Nach der Mittagspause stellte Max uns eine erste Bewertungsmethode vor: lösungsfokussiertes Bewerten und Prüfen. Wie bei jeder Methode sind auch hier die drei Kriterien Objektivität, Reliabilität und Validität von Bedeutung. Die Korn-Methode versucht vor allem die Kritikpunkte zu umgehen, die bei herkömmlichen Schulnoten oft aufgeführt werden:vor
- Schlechte Validität, da die Bedeutung und das Zustandekommen der Noten nicht einheitlich definiert sind
- Schlechte Objektivität, da Schulnoten oft nicht den Noten in PISA- und TIMSS-Studien entsprechen
- Schlechte Reliabiliät, da Prüfungswiederholungen z.B. oft schlechtere Resultate zeigen
- Schlechte Vergleichbarkeit, da Noten oft lehrerabhängig sind
Um nicht nur nackte Zahlen vorliegen zu haben, schlagen die Autoren vor, eine Skalierung von “ungenügend” bis “sehr gut” zwar beizubehalten, jedoch statt einem Durchschnittswert einen Wertebereich einzutragen. Dadurch lassen sich Stärken und Schwächen detaillierter hervorheben. Bei einem anschliessenden Coachinggespräch kann man beispielsweise auf die positiven Aspekte hinweisen und den Coachee fragen, wie es zu diesen positiven Situationen kam und ob man die negativen Aspekte nicht in ähnlicher Weise in positive umwandeln könnte. So wird einem auch auffallen, dass es selbst in sehr schlechten Arbeitsprozessen oder Prüfungen immer etwas Positives zu entdecken gibt, an dem man anknüpfen kann. Ein solcher Bewertungsbogen sieht ähnlich aus wie ein Feedbackbogen.
Bis zur nächsten Präsenzveranstaltung sollen die Fallstudien so weit vorbereitet bzw. angedacht sein, dass jede Gruppe dann daran arbeiten kann. Ausserdem soll sich jede Gruppe Gedanken über eine Bewertungsmethode machen, mit der die Fallstudien dann evaluiert werden.
14. Präsenztag: 24. März 2009
Coaching in use
Zum Aufwärmen gab es “Schwarze Geschichten”! Die Idee kam von Corina. Die ZuhörerInnen bekommen Bruchstücke einer Szene oder Geschichte und versuchen herauszufinden, wie es zu dieser Szene gekommen ist. Letztendlich geht es darum den Rahmen oder Frame für diese Puzzleteile zu finden. Sie also in Szene zu setzen. Und damit sind wir sind wir wieder beim Framing und Re-Framing. Dazu auch die Geschichte mit dem Hahn, die Max vorgestellt hatte. Die Suche nach dem der “richtigen Lösung” könnte man visuell unterstützen, indem man sämtliche Ideen z.B. auf Flipcharts skizziert. Damit waren dann zumindest sämtliche dunklen Winkel unserer Gehirnzellen aktiviert! Danke Corina!
Link zu Black Stories:
http://www.amazon.de/Moses-Verlag-212-Black-Stories/dp/3897772124
Tip von Max:
http://lehrerrundmail.de/wordpress/index.php/2009/03/laterale-ratselkrimis/
Weiter ging es dann mit der Anwendung von Skalen und dem sogenannten “Skalenspaziergang”.

Max stellte zunächst die Beispiele für Skalenfragen zu folgenden Aspekten vor:
-
Ziel konkretisieren (Futur perfekt)
-
Funktionierende Vorboten (Zuversicht stärken), nach Ausnahmen suchen, z.B. Wann ist das Problem nicht da? Was macht es aus, dass Sie jetzt schon da sind?
-
oder auch Anwendung von paradoxer Intervention: Was müsste passieren, dass es wieder schlechter wird? Ziel ist es hier, dass positive Aspekte abgeleitet werden und die Stärkung von Selbstwirksamkeit; Unterschiede nutzen)
- auf kleine Schritte fokussieren, z.B. Woran bemerke ich, dass ich auf 6 bin?
Den Verlauf eines Skalenspaziergangs stellte Max grafisch auf einem Flipchart dar (Foto sollte demnächst im BP Fotoalbum zu sehen sein). Dadurch wurde die Idee aus meiner Sicht sehr gut deutlich. Ausserdem kann diese Übersicht als “Drehbuch” dienen oder als “Spickzettel”, um den Prozess zu verinnerlichen.
Lilo als Coachee wurde anschliessend von Max zum Thema “Gartenarbeit” auf einem Skalenspaziergang begleitet. Dieser Spaziergang wurde unterstützt durch die Verwendung einer Skala auf dem Boden (markiert durch Zettel mit Zahlen und Stichwörtern), auf der sich Lilo tatsächlich hin und her bewegen konnte.
Das kann aus meiner Sicht auch die gedankliche Beweglichkeit extrem unterstützen (Stichwort: Psychomotorik). Das wiederum kann dazu führen, dass im ein Thema oder ein Anliegen deutlich wird oder sich sogar verändert. Bei Lilo wurde aus dem Anliegen “Erledigen und Organisieren der Gartenarbeit” das Thema ”Spassfaktor erhöhen” (ist das so richtig Lilo?).
Nun waren wir selbst dran, uns auf den Weg zu machen. Die anschliessende Übung in fand in 3er Gruppen statt. Es wurde so durchgewechselt, dass jeder und jede einmal Coach, Coachee und Beobachter war. Ich fand es sehr diese Methode des coachens und gecoacht-werdens sehr eindrücklich. Die unterstützenden Effekte habe ich oben schon genannt.
Nach jedem Spaziergang hat der Coachee den Evaluationsbogen “Lösungsorientierter Stundenbogen” ausgefüllt (bald auf Ilias zu finden). Dieser wurde nach der Übung anhand von 4 Dimensionen (Beziehungsebene, Divergenz, Zieldivergenz, Zuversichtlichkeit) ausgewertet und die Ergebnisse grafisch dargestellt.
Die Grafik ermöglicht einen raschen Einblick in den Prozess. Das Ergebnis kann Grundlage für weitere Gespräche zwischen Coach und Coachee sein. Wir haben kurz darüber gesprochen, dass eine Divergenz zwischen der Grafik und dem subjektiven Empfinden z.B. von der Interpretation der Fragen abhängt. Auch das kann ja wiederum in einem Gespräch thematisiert werden.
In einer letzten Runde haben sich Coach und Coachee zusammengesetzt und die Auswertungen besprochen. In einer Abschlussrunde zum Skalenspaziergang wurden folgende Aspekte erwähnt:
- Evaluationen sind nicht absolut zu sehen, sie dienen als Gesprächsgrundlage
- praktischer Nutzen sehr hoch
- visueller Aspekt sehr hilfreich
- Vorsicht: keine Interpretationen der Situation seitens des Coaches
Ausblick: Während des Praktikums wird Max einen Auftrag verschicken
To dos: Lektüre (wie gehabt)
- Buch: Reich, Kersten (2006): Konstruktivistische Didaktik
- Buch: Winter, Felix (2006): Leistungsbewertung
Ich wünsche allen frohe Ostern und eine gute Praktikumszeit!

13. Präsenztag: 10. März 2009
Konstruktivistische Didaktik, Sozialkompetenz, Unterrichtsbeobachtung und Feedback
Einführung „warme Dusche“ durch Melanie Kern.
Konstruktivistische Didaktik
Interaktive Buchzusammenfassung durch Corina Rohrer
Corina regt das Nachdenken über Aussagen und Umsetzungsmöglichkeiten des Konstruktivismus durch eine überzeugende Mischung aus Präsentation und Gruppenarbeit an. Die Zusammenfassung findet sich in ILIAS/Moodle unter xxxx.
Einige Punkte zum Konstruktivismus, die in der Diskussion herausgearbeitet wurden:
· Konstruktivismus ist nicht Beliebigkeit. Er respektiert jedoch jede Haltung ohne aber diese zwingend auch zu akzeptieren (z.B. bei moralisch verwerflichem Verhalten)
· Statt richtig/falsch sind die Begriffe passend/nicht passend zu verwenden. Dadurch kann die spezifische Situation berücksichtigt werden.
· Konstruktivismus ist mindestens so stark eine Dankhaltung wie er eine Methode ist. Daher sieht auch die Umsetzung im Unterricht nicht spektakulär aus.
· Die Erkenntnisse des Konstruktivismus lassen sich nicht in allen von aussen gegebenen Bedingungen (z.B. Lektionen von 45 Minuten) optimal umsetzen. Innerhalb des beeinflussbaren Bereichs können Sie aber durch die Lehrperson durchaus sinngemäss umgesetzt werden.
Zu diesem Thema sei ergänzend folgende Literatur empfohlen
Prsäsentation von Corina Rohrer
G. Steiner: Wie man Lernprozesse optimieren kann (Artikel in ILIAS)
Kersten Reich: Konstruktivistische Didaktik
Sozialkompetenzen
Miniinput von Christel Häse
In einer spannenden Mischung aus Metakommunikation und Rollenspielen aus Schülersicht zeigt Christel, wie das sehr abstrakte Thema „Sozialkompetenzen“ mit Lernenden im Pflegebereich ganz konkret umgesetzt werden kann. Basis als Diskussionsgrundlage bildet ein Erlebnis eines Praktikanten beim Blutdruckmessen (also eigentlich einer völlig unspektakulären Situation, die recht einfach auch für andere Schülersituationen konstruiert werden könnte).
Interessant waren auch die verschiedenen Perspektiven zu Sozialkompetenzen: Einschätzungen von Bundesländern, Sicht der Schulleitung bzw. der Fachlehrkraft beim Erstellen eines Zeugniseintrages, Erwartungen von Patienten und wissenschaftlichen Rastern zur Kompetenzerfassung.
Unterrichtsbeobachtung und Feedback
Neben den oben erwähnten fachlichen Auseinandersetzungen konzentrierten wir uns auch auf das Beobachten der methodisch-didaktischen Präsentation der Lerninhalte und konnten dabei auch die unter dem Thema „Lernbegleitung / Coaching“ besprochenen Grundsätze und Methoden vertiefen und anwenden. Dies stellt übrigens auch eine konstruktivistische Haltung wieder: Die Lehrperson steht nicht dauernd im Zentrum, ist aber gegenwärtig und orchestriert die Abläufe diskret im Hintergrund. Die Qualität steht über der Quantität.
Aufgabe
Bis am 17. März deine Gedanken zum Besuch bei CYP hochladen.
Der Präsenzunterricht vom 17. März findet nicht statt, stattdessen ist diese schriftliche Auseinandersetzung mit drei der fünf aufgeführten Themen vorzunehmen.
Technischer Hinweis zur Ablage: ILIAS à Berufspädagogik à TN-Projekte zur CYP-Aufgabe (zu unterst auf der Liste)
Martin
12. Präsenztag, 3. März 2009
Nachbearbeitung der Übung “Beobachten ohne zu bewerten”, Beratungskonzepte: systemische Umformung der Sprache, Reframings, Wertschätzung, Auftrags- und Zielfragen.
Die Einstimmung kam heute von Corina und umfasste eine Reihe von Knobelaufgaben, die viele Studierende (inklusive mir) vor größere Probleme stellte…

Zur Nachbereitung der Exkursion am Freitag zum Center for Young Professionals in Banking teilte Max uns Auftragsbögen aus, die bis zum Dienstag, den 17. März bearbeitet werden sollen, da an diesem Tag keine Präsenzveranstaltung stattfindet. Die Auftragsbögen wurden bereits gestern von Max per Email verschickt. Nach den organisatorischen Belangen wurde das Thema Exkursion fürs Erste abgeschlossen.

Anschließend wurde eine eine Anknüpfung an die Leseaufträge auf diese Präsenzveranstaltung (Jürgen Hardens: “Fragen über Fragen”) und die Übung von vorletzter Woche, bei der es um Ziele und Zielorientierungen in Coaching Gesprächen ging.
Diese Art der Wiederholung des Gelernten – Formulierung von Fragen und deren schriftliche Beantwortung – könnte von uns auch im Unterricht angewendet werden hier muss allerdings darauf geachtet werden, dass weder eine Pseudo – Prüfungssituation erzeugt wird, aber auch keine demotivierende Atmosphäre erzeugt wird, indem darauf hingewiesen wird, dass dies “keine Prüfungssituation” ist. Für den Lehrenden oder den Coach kann eine solche Vorgehensweise mit der Formulierung von Fragen allerdings die Chance einer Überprüfung des Verständnisses des Gelernten bieten – besser als ein Lückentext oder einfach zu fragen “Haben Sie alles verstanden?”.
Als Nächstes gingen wir auf die Übung ein, bei der Beobachtungen von Interpretationen oder gar Bewertungen getrennt werden. Interessant ist es auch, hier auf die Metaebene dieser Übung zu gehen: Das Erkennen und Zuordnen von Beobachtungen und Bewertungen ist ja eigentlich auch schon subjektiv und somit eine Bewertung… Die Zuordnung ist jedenfalls fließend und damit schwierig. Eine Bewertung ist ja nicht per se negativ, sondern man sollte sich nur des Bewertens bewusst sein und Bewertungen klar von Beobachtungen abgrenzen, allerdings ist auch bei Tatsachenbeobachtungen ein Reframing möglich.

Nach der Mittagspause ging es wieder medias in res: Reframing in Sprachmustern wollte beleuchtet werden. Ebenso auch den sinnvollen Gebrauch von Sprachmustern im Coachinggespräch. Identitätserhaltende, statische Formulierung sind hier ebenso kritisch zu sehen, wie negative Formulierung, da diese die Dynamik im Coaching Prozess behindern können. Nicht starre Zustandsbeschreibungen und Zustandszuschreibungen sind im Coachinggespräch gefragt, sondern Verhaltensbeschreibungen. So kann auch ein Umdenken weg von der so oft gebrauchten Substantivierung, hin zu dynamischen Verben hilfreich sein. Auch auf der konkreten Wortebene ist die Verwendung von systemischen, ressourcenorientierten Ausdrücken zu achten.
Diese Coaching – Tools kamen anschließend in einem Rollenspiel zum Einsatz: Zwei Personen (Coach und Coachee) saßen sich gegenüber und führten ein Coachinggespräch, welches immer wieder von Fragen nach den Ausführungen des Coachees, Ressourcenfragen und Fragen nach der weiteren Handlung des Coaches unterbrochen wurde.
Dieses Spiel wurde dann modifiziert und nach dem Schema des “Guten Gewissens” nach einer Idee von Jürgen Hargens noch einmal in 3er Gruppen durchgeführt.
In der nächsten PV sollten diese Ideen dann wieder aufgegriffen werden.
So long!
11. Präsenztag, 24. Februar
Themen der heutigen Präsenzveranstaltung waren:
Am Vormittag: Wohlformulierte, genaue Zielformulierungen und ihre Wichtigkeit für jeden Lern- und Beratungsprozess. Praktische Übungen dazu, anhand eines Handouts von Max
Am Nachmittag: Fragen bestimmen die Denkrichtung. Übungen dazu: verschiedene Arten wie man seinem Gegenüber Fragen stellen kann
Einstieg: Eine Denksportaufgabe von Nadja 
“Die Leiter mit der Lampe”
Nadja bat uns, eine entspannte Haltung einzunehmen, eventuell die Augen zu schliessen und uns Folgendes vorzustellen: Wir befinden uns in einem hoher leeren Raum. In diesem Raum lehnt eine Leiter an der Wand.An einem Holmen dieser Leiter, etwa auf halber Höhe, ist eine Lampe festgemacht. Man selbst lehnt seitlich an die Wand, so dass eine Schulter die Wand berührt und man seitlich auf die Leiter mit der Lampe schaut. Die Leiter beginnt nun, an der Wand hinab zu gleiten. Die Frage, die wir uns überlegen sollten, war:
Welchen Weg nimmt das Licht?
Unsere Aufgabe war es nun, zu überlegen, welche Form der Weg des Lichts beschreibt. Zunächst sollten wir alleine Hypothesen bilden und uns dann mit unseren Nachbarn darüber austauschen. DieLösung wurde zunächst nicht bekannt gegeben. Wer wollte, konnte sie später erfahren.
Nadja hatte diese Übung bei einer Lehrerfortbildung kennen gelernt. Man kann sie z.B. anwenden, wenn vorher eine intensive andere Beschäftigung ausgeübt wurde und man die Gedanken wieder sammeln möchte für einen andern Arbeitsschritt. Die Konzentration auf diese Übung hilft dabei, den Kopf zu leeren.
Wenn man die Aufgabe selbst anwenden möchte, ist es wichtig, eine einfache, bildhafte Sprache zu wählen und langsam zu sprechen. Es sei auch möglich, schon bestimmte Fachbegriffe einzuführen, wenn man die Übung z.B. im Fach Mathematik verwendet. Interessant sei, dass man ja sein eigenes Modell vor Augen hat, das durchaus kleine Fehler enthalten kann. Es ist ein Beispiel dafür, wie wir unsere Wirklichkeit nach unseren eigenen Vorstellungen konstruieren.Der Autor dieser Übung, Christof Weber, der die Fortbildung geleitet hatte, wird demnächst ein Buch veröffentlichen mit solchen Übungen. Max erläuterte anhand dieses Beispiels noch einmal die konstruktivistische Sichtweise. Das von ihm zitierte Buch dazu: “Die Zukunft ist ein Land, das niemandem gehört”. Unsere Vorstellungen können sie prägen. ( Das Buch ist derzeit vergriffen)
Der Puck, die Katze und ein Probecoaching
Max zeigte uns noch einmal einzelne Folien aus unserem Themen-Spaziergang, dieses Mal als Powerpoint. Eine davon war die mit dem „Puck“: von Wayne Gretzky. Ein sehr “amerikanisch- ergreifendes” Video dazu beschreibt seine Entwicklung, die ihn zu dieser Haltung brachte. In diesem Video erfährt man auch kurz und bündig alles über “Flow”-Lernen, was man wissen muss. Sein Ausspruch
“I skate to where the puck is going to be, not where it has been”
wurde von Max zitiert ebenso wie die Katze aus Alice im Wunderland. (Interessant ist übrigens Fraukes Beitrag aus dem BP-Blog des letzten Jahres dazu). Wenn wir ein Ziel vor Augen haben, können wir Prioritäten setzen, sind motiviert, können andere Wege ablehnen, sind am nächsten bei unseren Ressourcen und haben auch unsere Grenzen vor Augen. Die Frage, wie nicht kontrollierbare Einflüsse diesen Prozess beeinflussen können beantwortet Fritz Simon in seiner Systemischen Kehrwoche vom 15. Juni 2005 mit dem Bild des Segelns.
“Um das Ganze in eine Metapher zu kleiden: Auch beim Segeln kann man nicht den Wind und die Strömungen bestimmen, aber man kann sehr wohl einen Kurs steuern, der ans Ziel führt. Kein Mensch, der bei Sinnen ist, käme auf die Idee zu behaupten, es sei beliebig, was man als Segler tut, nur weil Wind und Wetter nicht wirklich zuverlässig vorhersehbar sind”.
Anhand eines Probecoachings mit Iris zeigte uns Max, wie er Lernziele erarbeitet. Dabei erfragte er die verschiedenen Qualitäten des Zustandes, in dem das Lernziel dann erreicht wäre, eine praktische Demonstration des VAKOG-Ansatzes aus der NLP. Dabei wir der Zustand, der erreicht werden soll visuell, auditorisch, kinästhetisch, olfaktorisch, und gustatorisch beschrieben. Max meinte dazu noch, es sei auch wichtig, dabei ein absehbares Ende vor Augen zu haben. Nichts sei so demotivierend, als wenn man nicht wisse, wann etwas aufhöre. Er verwies auf das Buch Der Tunnel von Dürrenmaatt. (Ich sehe die Sache mit dem Flow anders: Wenn man drin ist, ist einem die Frage nach dem Ende egal. Die Sache mit dem Ende gilt eher für Prozesse, in denen man nicht in einem Flow ist oder was meint Ihr dazu?)
Praktische Übungen am Nachmittag
Partner-Coaching
Nach der Mittagspause folgten praktische Übungen, bei denen jeder von uns einen Partner coachte. es kam nun darauf an, am Prozess zu bleiben, die jeweils nächsten Handlungsschritte genau zu erfragen und den Zustand möglichst genau zu erarbeiten, der erreicht werden soll. Max übernahm es, uns die Zeit zu stoppen. Jeder Durchgang ging nur wenige Minuten. Umso erstaunlicher, wie der Prozess dabei voran ging.
Fazit: Wennman nicht weiss, wo man hin will, kann man auch schwer sein Ziel erreichen. Und egal, wie man es erreicht, wenn der Puck im Tor ist, gibt es den Punkt. Sich auf den Prozess einlassen, hilft dabei ungemein. Den Zustand für alle Sinneswahrnehmungen beschreiben, zu dem man hin will. Noch kürzer zusammengefasst: “Hin zu”, statt “weg von”.
Die Kugellager-Übung
Bei dieser Übung gibt es einen Innen- und einen Aussenkreis. Es funktioniert bei mindestens 4 TeilnehmerInnen.Die beiden gegenübersitzenden PartnerInnen befragten sich gegenseitig auf verschiedene Arten. Eine Version dieser Übung geht so: Nach einem Coachingschritt wechselt man den Stuhl und obwohl der Coach wechselt, geht der gleiche Prozess weiter. Wir probierten bei diesem Spiel aus, wie es sich anfühlt, mit WARUM-Fragen zu arbeiten und mit WIE-Fragen und tauschten unsere Erfahrungen dabei aus.
Diskussion: Alles Coaching oder was?
Unsere anschliessende Diskussion ging über folgende Themen: Gibt es auch ganz normale hilfreiche Gespräche oder ist jedes hilfreiche Gespräch Coaching oder Beratung? Braucht es für einen Coachingprozess das Bewussstsein des Coachees darüber, dass er Hilfe braucht? Wo kommt ein idealtypisches Coaching an seine Grenzen? Wie lange dauert es, bis Schüler mit ihren Anliegen kommen? Steht die pubertäre Haltung ” ich brauche keine Hilfe” einem Coaching im Wege?
Max vertrat klar die Meinung, dass Coaching eine Haltung ist, die nicht an ein spezielles Gesprächssetting gekoppelt ist. Nach den nächsten Handlungsschritten fragen und den Zielzustand beschreiben lassen, geht in allen Klassensituationen genau so gut wie in einem Zweiergespräch. Es ist wichtig, eine Sprache zu gebrauchen, die von SchülerInnen verstanden wird, immer von den Ressourcen auszugehen und die Entscheidung darüber was erreicht werden soll, dem Coachee zu überlassen. Da wo Stoffvorgaben für Druck sorgen und Beziehungsstörungen den Coachingprozess beeinflussen, hilft nur Transparenz und allenfalls das klare Verweisen auf Richtlinien und die Autorität der Lehrkraft. wir waren uns einig darüber, dass es kann nur funktionieren kann, wenn Freiwilligkeit gewährleistet ist und wenn ein solches Gespräch Hilfe zur Selbsthilfe ist. Anwendungsmöglichkeiten sahen wir etliche: z.B. bei Maturaarbeitsbesprechungen, Lehrerkonferenzen.
Hinweise und To do’s
Max wies uns in diesem Zusammenhang noch auf Jürgen Hargens und seine Grundprämissen hin und auf einen Artikel von Remo Largo aus dem Tagi-Magazin von letztem Samstag zum Thema Schule. Interessant dazu auch die Diskussion im E-learn-blog auf Moodle.
Zum Schluss gab es noch die Tasks to do:
- Uebung: Beobachten ohne zu Werten… (beide Seiten )Auf einer Liste von Sätzen sollen wir die Statements danach beurteilen, ob sie nur beobachtend sind oder bereits Interpretationen enthalten.
- Lesen: Hargens-Artikel: Fragen über Fragen oder: Was treibt mich an und von wo aus gehe ich los?
- Lesen: (auf Ilias) Coaching-Tool: Zielklärung als konstruktivistische Intervention
- Buch: Reich, Kersten (2006): Konstruktivistische Didaktik (laufend)
- Buch: Winter, Felix (2006): Leistungsbewertung. (laufend)
10. Präsenztag 17. Februar Coaching
Wegen Schneefall und Zugverspätung begann die Sitzung später. Nadjas Einstimmung wurde auf die nächste Sitzung verschoben.
- Kurze Besprechung der Kursinhalte im nächsten Semester
- Film Spitzer: Lernen. Die Entdeckung des Selbstverständlichen.
- Anknüpfungsspaziergang
- Offene Fragen und Themenfelder
- Mini-Input Melanie: Soziale Kompetenzen
1. Kurze Besprechung der Kursinhalte im nächsten Semester und
4. Offene Fragen und Themenfelder der KursteilnehmerInnen
Im nächsten Semester richten wir den Fokus mehr auf berufspädagogische Aspekte in Ergänzung zur allgemeinen Didaktik.
Die für uns offenen Fragen und Themenfelder wurden von Lilo zusammengefasst:
- Wie gehen wir in die Praxis? Wir haben Kenntnisse über Kompetenzen und Strategien diese zu fördern. Was machen wir mit dem vorgegebenen Stoff (Curriculum, Lehrplan) und dem Umstand, dass bildungsorientierte Didaktik an den Schulen meist vorherrschend ist. Thema: Rahmenbedingungen: was ist verhandelbar, was nicht?
- Was machen wir mit Konflikten – unter dem Gesichtspunkt positiver Emotionen?
- Unterscheidung von Einzelcoaching und Klassencoaching. Thema: mit einer Klasse systemisch arbeiten. Buchtip: 60 systemische Workshopinterventionen
Wir werden im kommenden Semester durch `TUN´ d.h. mit Übungen an diese Fragen anknüpfen.
2. Spitzer-Film: Lernen und Emotionen
Emotionen und Lernen stehen in enger Wechselwirkung. Emotionen lassen das „System“ anspringen und sind Weichensteller dafür, welche Hirnregion beim Lernen überwiegend aktiv ist. In zwei Bereichen unseres Gehirns lassen sich während dem Lernen Aktivitäten nachweisen: in den Hippocampi und in den Mandelkernen (Amygdalae). In einem positiven emotionalen Feld (z.B. Lernfreude, neugierige Spannung) zeigen sich die Hippocampi aktiver, in einer negativen emotionalen Situation (Angst, Stress) die Mandelkerne. Prinzipiell ist in beiden Zuständen lernen möglich und je nach Intensität der Emotionen auch nachhaltig.
Aber: mit Angst lernen ist aversives Lernen. Damit lernt man eher, was man nicht tun sollte. Das Reaktionsmuster das in den Mandelkernen ausgelöst wird, fasst Spitzer in: fright –> fight or flight.
Angstinduziertes Lernen ist kaum geeignet für spätere konstuktive Problemlösung, denn mit dem Abfragen dieser Lerninhalte in lebenspraktischen Situationen werden auch die negativen Emotionen reaktiviert.
3. Anknüpfungsspaziergang
Max legte Folien aus – zum Teil gruppiert. Unsere Aufgabe war, diese Folien zu „begehen“ und in Partnerarbeit unter folgenden Aspekten zu diskutieren und Notizen zu machen. Auf die Notizen werden wir in der nächsten Sitzung zurückgreifen. Siehe Lernjob.
- Wo ist das Thema schon im letzten Semester aufgetaucht?
- Relevanz zur beruflichen Paxis, wenn möglich mit Beispiel.
- Aussagen, an die Anknüpfung erwünscht ist.
5. Mini-Input: Förderung sozialer Kompetenzen
Da wir aktiv in das “Unterrichtsgeschehen” einbezogen waren, habe ich wenig allgemeine Notizen. Deshalb hier ein kurzer Überblick:
5.1. Sammlung “Sozialer Kompetenzen”
In Partnerarbeit schrieben wir soziale Kompetenzen jeweils auf vorbereitete Zettel, die wir dann an der Wandtafel zusammenstellten.
Das ergab eine lange Liste:
Konfliktfähigkeit, Anpassungsfähigkeit, Persönlichkeit, Integrität und Loyalität, Toleranz, Einfühlungsvermögen, Führungsfähigkeit, soziale Akzeptanz, Verantwortung übernehmen, Kompromissbereitschaft, Glaubwürdigkeit, Rollenbewusstsein und Rollenverständnis, Begeisterungsfähigkeit, Kritikfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, aktiv zuhören, Verständnis und Härte, Nähe und Distanz
5.2. Diese Aufzählung bearbeiteten wir in Plakaten unter den Stichpunken
- wie lassen sich diese vermitteln
- wie lassen sich diese beobachten
- wie lassen sich diese fördern
- unter welchen Rahmenbedingungen kann SK gezeigt werden
5.3. In ihrem kurzen Input
fasste Melanie die Thesen und Inhalte aus “Euler, D. (2006) (Hrsg.): Facetten des beruflichen Lernens. Bern, hep. S. 185-238″ zusammen.
- Definition “Soziale Kompetenzen”
- Bedeutung in der Gesellschaft und Wirtschaft
- Curriculare Dimension: Präzisierung und Lernzielformulierung
- Lehrmethodische Dimension
- Evaluative Dimension
- Institutionell – organisatorische Dimension
- Effektivität der Maßnahmen
Siehe Hand-Out. Außerdem gibt es noch Rubrics Soziale Kompetenzen. Beides konnte ich auf Ilias noch nicht finden.
5.4. In der anschließenden Metadiskussion
ging es wieder um das Verhälnis von Inhalten und Unterrichtsmethoden in den Mini-Inputs. Siehe dazu auch Lilos Blogeintrag.
Die Rubrics zur Evaluation unserer Mini-Inputs können unseren Vorschlägen entsprechend angepasst werden.
Berufspädagogik 9. Präsenztag am 21. Januar 2009estehe
Zu Beginn wurden formale Dinge geklärt und die To do’s zum 17. Februar
- weiterhin die 3 Kommentare zu den Lernjobs der Posterpräsentation.
- Ebenfalls die Einträge in die Selbstcoaching-Arbeitsanleitung von Max als Vorbereitung auf die Lern-Coachinggespräche mit ihm.
- Prüfungstermine wurden vereinbart und Absprachen zu Lernnachweisen getroffen.
Teilnahmemöglichkeit an E-Coaching
Max fragte uns, ob jemand Interesse hätte, sich von einem Kursteilnehmer seines E-Coaching-Kurses für 3-4 Wochen E-Coachen zu lassen. Er erläuterte, wie das vor sich gehen wird: ein E-Coach schreibt uns einen Kommentar auf ein Problem das wir ihm/ihr schildern. Dabei geht er/sie nur auf den Prozess ein, nicht auf inhaltliche Fragen. Es wird im Zeitraum ab 25. Februar bis Ende März einige Male hin- und her – gecoacht werden. Die Diskussion wird in einer Plattform gezeigt, so dass die TeilnehmerInnen des E-Coaching untereinander die anliegen und Coacing-Kommentare lesen können. So weit ich es verstanden habe, ist für uns Coachees dieses Forum nicht geöffnet. Wir dürfen /müssen uns nur „Becoachen“ lassen.
Das Thema E-Learning, E-Coaching ist aus der Bildungslandschaft nicht mehr weg zu denken. Das zeigen auch die Veranstaltungen z.B. in Zürich oder Bern zu diesem Thema, die in der Schweiz schon stattfanden. (… und bei denen natürlich auch der Name Max Woodtli auftaucht).
Die Idee fand Anklang und wir bekundeten Max unser Interesse, an einem solchen Coaching-Versuch teilzunehmen. Beim E-Teaching und E-Coaching kommt es besonders darauf an, Dinge so zu formulieren, dass sie aus sich heraus verständlich sind. Das ist aus meiner Sicht auch eine gute Übung für das Formulieren anderer Lernjobs. Max meinte, man könne die Teilnahme dann auch als Leistungsnachweis in unserem Modul verwenden. Bedingung dafür: die Zeiten aufschreiben und einen reflektierenden Kommentar dazu schreiben.
Einstieg von Klaus, ca. 15 Minuten:
Er hatte eine Variante der Arbeit mit verschiedenen Karten gewählt. Die Idee war folgendermassen variiert: Er hatte Gratiskarten mit verschiedenen Sprüchen gesammelt und breitete die ca. 30 Karten auf dem Tisch aus. Jede/r von uns durfte zwei der Karten auswählen, um sie an zwei Adressaten in unserem Kurs abzugeben.Dabei wurde dem Empfänger kurz mitgeteilt, wieso man diese Karte für sie / ihn ausgewählt hat. Dadurch entstand ein kurzes, kreatives Feedback, das durch die Vorgaben der Kartentexte eine spielerischen Touch erhielt. Anschliessend folgte:
Nadja’s und Klaus’s Mini-Input zum Thema:”Das Berufsbildungsgesetz in der Schweiz”
Methoden:
1. Zusammentragen der Annahmen der TeilnehmerInnen darüber was im Berufsbildungsgesetz geregelt wird. Stichworte werden auf Post it’s notiert und auf einem Flipchart geklebt. Die Aktivierungssequenz bestand aus dieser Post it’s -Phase und der Möglichkeit, beim anschliessendenInput Zwischenfragen zu stellen und am Ende zu diskutieren.
2. Input: Vortrag mit Folie und Powerpoint. Die Folie zum Aufbau des beruflichen Bildungsystems in der Schweiz mit den verschiedenen möglichen Bildungswegen blieb die ganze Zeit sichtbar. Die Erläuterungen zum Berufsbildungsgesetz gab Nadja mit einer Powerpointpräsentation.
Diskussion und Auswertung:
Nach der Auswertung dieses Mini-Inputs mit unsern Rubrics fand eine engagierte Diskussion statt zum Thema: „Was ist eigentlich der Lernauftrag bei den Mini-Inputs“. Max stiess mit seiner Frage, ‘was wir denn jetzt genau gelernt hätten bei diesem Input‘ die Diskussion kritisch an. Während der Diskussion wurde deutlich, dass es verschiedene Ansichten und Anliegen gibt zum Thema „Mini-Input mit Aktivierungssequenz“. Zu unterscheiden waren im Wesentlichen vier Positionen:
Position 1: Schwerpunkt systemische Methodenvielfalt anwenden
Die Berufspädagogik ist ein Übungsfeld, auf dem neue Unterrichtsformen ausprobiert werden können aus dem Bereich der systemischen Pädagogik/Didaktik. Dabei kommt es weniger auf die Fachinhalte an. Der Freiraum in unserer Veranstaltung sollte so weit wie möglich genutzt werden, auch mit dem Risiko, dass mal was nicht klappt. (Schülerdiskussion zählt nicht dazu, gehört sozusagen zum traditionellen Methoden-Bestand)
Position 2: Schwerpunkt Wissensvermittlung
Die Inhalte sollten unbedingt Gewicht haben und vorkommen, möglichst sogar Fachinhalte der Schulstufen für die wir ausgebildet werden, sonst ist zu wenig Transfer möglich für die eigene Unterrichtswirklichkeit. In der Diskussion tauchte folgende Möglichkeit auf: Unterrichtssituationen könnten ausprobiert mit Fachinhalten für die Sek II Stufe mit “neuen Methoden” optional: die TeilnehmerInnen könnten die Schüler spielen mit „erfundenen“ aber realitätsnahen Verhaltensweisen aus unserem Erfahrungsschatz.
Position 3: Gleichgewicht Wissen und Methode
Inhalte mit fachlichem Mehrwert für den Sek II Master-Studiengang werden mit den Methoden der systemischen Pädagogik/Didaktik ausprobiert und ausgewertet. (Themen wären Inhalte, die wir als Berufspädagogen aus den Bereichen von Kommunikation/Pädagogik/Psychologie wissen sollten)
Position 4: möglicher Kompromiss
Mini-Inputs nach Position 1, Position 2 oder Position 3 werden gehalten, bzw als Grundlage benutzt und anschliessend wird reflektiert, welche didaktischen Alternativen aus dem systemischen Breich es gegeben hätte, wie die Umsetzung in den entsprechenden Unterricht der in Frage kommenden Schulen (Berufsschule, BMS, Maturitätsschule, Kantonsschule) aussehen könnte und welche Anpassungen nötig wären, wenn man die Methode mit einer anderen Adressatengruppe durchführt. z.B. bei einem andern Niveau der SchülerInnen.
Diese Diskussion spiegelte unsere unterschiedlichen Interessenslagen.
Max möchte uns so weit wie möglich ermutigen, neue Methoden auszuprobieren. Offenbar hat der letztjährige Kurs dies auch genau so gemacht, wie er sich das vorgestellt hat. Bisher haben wir aber keine Kenntnis darüber wie dieser Kurs gearbeitet hat. Es könnte noch sinnvoll sein, darüber etwas zu erfahren.
Eine andere Position ist folgende: Als Lehrkraft hat man den Stoffdruck, der kaum Luft für Experimente zu lassen scheint. Als zukünftige Lehrkraft ist es von Interesse, wie man den unterschiedlichen Niveaus der zukünftigen Schüler und diesem Stoffdruck mit neuen Unterrichtsmethoden gerecht werden kann (von Schweizer Realschülern oder deutschen Hauptschülern, die Berufsschule besuchen, bis zu MaturandInnen) Vor der Mittagspause war immer noch nicht wirklich geklärt, was denn nun unsere Aufgabe in den Mini-Inputs ist, die Diskussion war aber dennoch fruchtbar, meine ich, da die unterschiedlichen Positionen überhaupt einmal Ausdruck fanden.Sie sollte das nächste Mal zu einem Ergebnis geführt werden.
Am Nachmittag ging es weiter mit
Lilo’s Mini-Input zum Thema:“Das Innere Team”, von Schulz von Thun.
Methoden:
Powerpoint-Input : Das Thema war aus dem Themenpool unseres Buches von Christa Renoldner et. al. „Einfach systemisch“ gewählt. Der Input bestand aus einem Wissensteil über Autor, Kompetenzbereich Kommunikation und theoretischen Hintergrund dieses Ansatzes des “Inneren Teams”.
Kennenlernen des ‘inneren Team-Ansatzes’ mit einem Arbeitsauftrag in Zweiergruppen. Die Aktivierungssequenz fand 2/3 der Zeit mit einem selbsterklärenden Lernauftrag statt mit einer Methode, die ein noch nicht ausprobiertes Experiment war.
Diskussion und Auswertung:
Nach den obligatorischen 35 Minuten kamen wir zur Auswertung und beschlossen, die restlichen 20 Minuten noch zur Weiterführung des Ansatzes am Thema “Lerncoaching” zu nutzen. Nach der Auswertung meinte Max: Nach den „alten“ Kriterien sei der Auftrag erfüllt, was wieder die Frage offen liess, was sich Max genau von uns wünscht, wenn denn die lösungsorientierte Fee käme und er alle Wünsche an uns frei hätte.
(Exkurs: Ein interessante Diplomarbeit zur lösungsorientierten Arbeit mit SchülerInnen, bei der die “Fee” eine Rolle spielt, habe ich hier verlinkt. Ein praxisorientiertes und beeindruckendes Buch zu diesem Thema hat Therese Steiner zusammen mit Insoo Kim Berg geschrieben : Lösungsorientieres Arbeiten mit Kindern) Für die Arbeit im Unterricht mit Schülern habe ich noch nicht wirklich die treffende literatur gefunden aus diesem Bereich. Aus dem Bereich Ausbildung/ Erwachsenenbildung finde ich z.B. den Text: Elemente Lösungsorientierter Didaktik von Peter Szabó und Katalin Hankovsky sinnvoll und anregend. Der Abschnitt Systemisch Lernenund wissen in unserembuch ‘Einfach Systemisch’ gibt auch keine Antwort auf die Frage wie wir in der gegenwärtigenSchule mit im Lehrplan verankertenInhalten als Lehrkräfte handeln können. Der Verweis auf eine Zukunft, in der solche Lehrplanvorschriften als unsinnig erkannt sind, nützt kaum etwas für unsere Gegenwart Renolder, 2007, S. 73 – 76)
Zum Schluss schienen mir folgende Fragen im Raum zu stehen:
- Welche Qualifikationen brauchen wir für die Stellen, die wir als Berufspädagogen in unseren Fächern ausüben können? Wer sind unsere gegenwärtigen oder zukünftigen Arbeitgeber, was wollen sie an inhaltlichen und methodischen Qualifikationen von uns? Welchen Stellenwert haben dabei E-learning und Systemische Didaktik/Pädagogik?
- Können wir Methoden aus dem systemischen, lösungsorientierten Bereich so ausprobieren, dass uns der Transfer in diesen Schulalltag gelingt? Geht das auch bei dem jetzt bestehenden Stoff-Druck?
- Wie kriegen wir das im 2. Semester der Berufspädagogik so unter, dass es für Max und für uns stimmt?
Bis zum nächsten Mal am 17. Februar.
lilo
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