15. Präsenztag: 26.05.2009

Endlich fanden wir uns nach langer Zeit der Ferien und des Praktikums wieder zu einer BP-Präsenzveranstaltung ein. Um auch gedanklich wieder ankommen zu können, bat uns Lilo zu Beginn uns kurz zu wichtigen Eindrücken und Erlebnissen der letzten Zeit zu äussern.

Anschliessend stellte Max und das Programm für die kommenden Veranstaltungen vor (Genaueres ist einzusehen im BP-Wiki).  Es steht ein Fallstudienprojekt an: In Zweiergruppen soll jeweils eine Fallstudie bearbeitet werden und am 9. Juni präsentiert werden sowie gegenseitig evaluiert werden und zwar mit einer wählbaren speziellen Bewertungsmethode aus dem Buch Leistungsbewertung von Felix Winter, welches wir uns noch näher anschauen werden. In den Fallstudien geht es darum, sich mit berufspädagogischen Inhalten auseinanderzusetzen (z.B. Was ist zu beachten, wenn man einen Auszubildenden einstellen möchte? Welche konkreten Ausbildungsberufe  gibt es innerhalb einer Berufsrichtung? etc.). Nach der Gruppeneinteilung und der Auswahl der Fallstudien hatten wir schon die Möglichkeit uns einen ersten Überblick zu verschaffen und Ideen zu sammeln.  Am 2. Juni werden wir Gelegenheit haben in der Präsenzversanstaltung daran zu arbeiten.

Nach der Mittagspause stellte Max uns eine erste Bewertungsmethode vor: lösungsfokussiertes Bewerten und Prüfen. Wie bei jeder Methode sind auch hier die drei Kriterien Objektivität, Reliabilität und Validität von Bedeutung. Die Korn-Methode versucht vor allem die Kritikpunkte zu umgehen, die bei herkömmlichen Schulnoten oft aufgeführt werden:vor

  • Schlechte Validität, da die Bedeutung und das Zustandekommen der Noten nicht einheitlich definiert sind
  • Schlechte Objektivität, da Schulnoten oft nicht den Noten in PISA- und TIMSS-Studien entsprechen
  • Schlechte Reliabiliät, da Prüfungswiederholungen z.B. oft schlechtere Resultate zeigen
  • Schlechte Vergleichbarkeit, da Noten oft lehrerabhängig sind

Um nicht nur nackte Zahlen vorliegen zu haben, schlagen die Autoren vor, eine Skalierung von “ungenügend” bis “sehr gut” zwar beizubehalten, jedoch statt einem Durchschnittswert einen Wertebereich einzutragen. Dadurch lassen sich Stärken und Schwächen detaillierter hervorheben. Bei einem anschliessenden Coachinggespräch kann man beispielsweise auf die positiven Aspekte hinweisen und den Coachee fragen, wie es zu diesen positiven Situationen kam und ob man die negativen Aspekte nicht in ähnlicher Weise in positive umwandeln könnte. So wird einem auch auffallen, dass es selbst in sehr schlechten Arbeitsprozessen oder Prüfungen immer etwas Positives zu entdecken gibt, an dem man anknüpfen kann. Ein solcher Bewertungsbogen sieht ähnlich aus wie ein Feedbackbogen.

Bis zur nächsten Präsenzveranstaltung sollen die Fallstudien so weit vorbereitet bzw. angedacht sein, dass jede Gruppe dann daran arbeiten kann. Ausserdem soll sich jede Gruppe Gedanken über eine Bewertungsmethode machen, mit der die Fallstudien dann evaluiert werden.

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